Vitiligo – Die wichtigsten Tipps

Wenn du dich zum ersten Mal mit der Vitiligo – der Weißfleckenkrankheit – auseinandersetzt, solltest du wissen: Du bist nicht allein. Etwa 0,1 – 2 % aller Menschen sind betroffen. Eine davon ist z.B. „America’s Next Topmodel“-Teilnehmerin Chantelle Brown-Young. Oder noch jemand berühmteres: Michael Jackson.

Was ist Vitiligo?

Der Deutsche Vitiligo-Bund e.V. schreibt:

„Vitiligo ist eine Erkrankung der Haut, in deren Verlauf die Melanozyten ihre Fähigkeit verlieren Pigmente zu bilden. Es entstehen weiße, unpigmentierte Flächen. Weitere Beeinträchtigungen der Funktion der Haut sind bei Vitiligo nicht festzustellen.“

Das klinische Wörterbuch, der Pschyrembel, schreibt:

„Vitiligo | Weiße, pigmentfreie, meist langsam größer werdende Flecke an Haut. […] Ursache: Unklarer Untergang der Melanozyten (evtl. Autoimmunkrankheit). Vorkommen familiär gehäuft in ca. 30% der Fälle.; bei Diabetes mellitus, Lupus erythematodes, Hyperthyreose, Hypoparathyreoidismus.“

Solltet ihr also seit neuestem weiße Flecken an eurem Körper entdecken, habe ich erst Mal ein paar wichtige Tipps für euch.

1. Keine Panik!

Vitiligo ist schwer zu akzeptieren, aber weder tödlich noch ansteckend. Sie könnte erblich sein, muss sie aber nicht. Sucht euren Hautarzt auf. Der sollte euch am besten an jemanden überweisen, der sich gut mit Vitiligo auskennt, wenn er es selbst nicht tut.

2. UV-Schutz

Die betroffenen Hautstellen sind jetzt vollkommen der gefährlichen UV-Strahlung ausgesetzt, denn der Körper kann keinen Schutz mehr für diese Stellen produzieren. Eine Sonnencreme mit SPF 30 oder höher sollte täglich aufgetragen werden. Idealerweise setzt man diese Stellen gar nicht erst der Sonne aus.

3. Make-Up

Wer die Stellen gerne abdecken möchte, findet inzwischen sehr gute Produkte auf dem Markt. Qualität, Handhabung und Preise sind unterschiedlich. Einige Produkte stelle ich hier auf meinem Blog vor. Achtet darauf, dass das Produkt eurer Wahl einen hohen SPF hat. In jedem Fall sollte man sich speziell für Hautfarbe und Hauttyp von einem Experten beraten lassen. Gute Erfahrungen mit einer Beratung habe ich z.B. hier gemacht: Dermatologie der Uniklinik Essen. Schlechte Erfahrung habe ich bei z.B. bei Douglas gemacht, wie ich bereits hier schrieb.

4. Krankheitsverlauf

Eine genaue Erklärung der Krankheit könnt ihr am besten in Fachliteratur oder auf speziellen Websites zum Thema Gesundheit nachlesen, wie z.B. auf DocCheck oder auf den Seiten des Deutschen Vitiligo-Bundes. Von mir daher nur ein kleiner Überblick.

Es gibt unterschiedlich starke Formen der Krankheit. Manche haben bloß einen kleinen, weißen Fleck wie ein Muttermal, andere verlieren die Hautfarbe auf großen Arealen. Je dunkler der Hauttyp und je nach Position kann auch ein kleiner Bereich zum großen Leiden werden. Des Weiteren können die Flecken an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, größer oder kleiner werden oder nach einiger Zeit stillstehen.

Zu den im Pschyrembel genannten Erkrankungen, mit denen die Vitiligo häufig einhergeht, zählen auch hormonelle Veränderungen wie z.B. Pubertät, Schwangerschaft, Pilleneinnahme oder Klimakterium.

5. Heilungschancen und -methoden

Eine einfache Heilung durch z.B. ein einziges Medikament gibt es noch nicht. Die meisten Vitiligo-Patienten probieren verschiedenes aus, bis irgendwas klappt – oder auch nicht.

Wenn euch jemand, z.B. ein Arzt, ein hautaufhellendes Mittel gegen die Vitiligo aufschwatzen will, rate ich euch, dies abzulehnen. Diese Mittel sollen die Ränder der Flecken bleichen und so unauffälliger machen. Dabei verhindern sie erst recht die Produktion der Melanozyten und dadurch auch jegliche Chance auf eine spontane Heilung. Das gleiche gilt für eine medizinisch durchgeführte, komplette Hautbleichung. Der Schutz vor der Sonne fällt durch eine solche Bleichung komplett weg. Dann lieber ein gutes Make-Up!

Des Weiteren werden Nahrungsergänzungsmittel wie Beta-Carotin empfohlen. Das sollte nicht unbedingt schaden, aber ob das hilft, muss man ausprobieren. Kortison-Gaben haben mir nicht geholfen. Salzbäder haben bei mir eine leichte Verbesserung gebracht, aber keine Heilung.

Des Weiteren gibt es verschiedene Operationsmethoden. Bei einer Methode werden hauteigene, gesunde Melanozyten an den erkrankten Stellen eingepflanzt in der Hoffnung, dass diese Zellen angenommen werden, sich vermehren und genau da die Hautfarbe wieder produzieren. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das bei mir funktioniert hat! Dazu erzähle ich an anderer Stelle mehr. Eine OP kann jedoch nicht versprechen, dass das Ergebnis auch dauerhaft bleibt.

6. Community

Es gibt noch viele weitere Ansätze, die den Patienten eine Besserung versprechen sollen. Das Wichtigste ist, sich nicht zu isolieren und sich mit anderen auszutauschen. Dadurch kriegt man auch die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft mit! Daher verlinke ich euch hier den Deutschen Vitiligo-Bund und die VETF – Vitiligo European Task Force.

 

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